Chado - Der Teeweg
Eine Perspektive im AlltagDurch den Zenmeister Ikkyu (1394-1481) geschult war der Zenmönch Jukô einer der ersten, der die Grundlagen zum Teeweg legte; gefolgt von Jôô und dessen Schüler Tanaka Soeki, den man heute als Sen no Rikyu (1522-91) kennt.
Den Teeweg zu gehen heißt seither, den Dualismus zu überwinden, wie er sich in philosophischen, politischen, religiösen oder sonstigen Formen zeigt.
Bemüht man sich in solch einem Sinne, ist eine Teezeremonie letztendlich nur eine schlichte Zusammenkunft auf höchstem menschlichem und kulturellem Niveau.
In allem Tun zeigt sich dann verhalten die Lösung von Koans ("Denk"-Rätsel).
Der Teeweg
Koan-Beispiel
Ein Zenmeister hielt einst einen Stab hoch und fragte: Was ist das? — Sagt einer, es sei ein Stab, so schlage ich diesen. Sagt einer es sei kein Stab, so ebenfalls. Sagt jemand es sei weder Stab, noch dessen Gegenteil, so ergeht es ihm nicht anders. Schweigt ihr, so schlage ich auch. —— Also, was ist das?
Eine Aufgabe und Herausforderung, der wir ständig im Alltag begegnen, nicht wahr? Eine treffsichere Antwort samt Handeln zu zeigen, ohne durch dies und das beeinflußt zu werden, scheint nicht möglich. Diesen Schulungs-Weg zu gehen hilft, genau dies zu klären.
Das Bauen von Häusern und Gärten, Unternehmensführung, Kochen, Malen und Politik, Töpfern, Blumenstellen und alles andere erhält erst hier eine Basis, mit ungeahnten Perspektiven für alle.
Vier Aspekte sind hierbei von tragender Bedeutung, die allen Kulturen erstrebenswert erscheinen:
wa bedeutet Harmonie in und mit allem
kei ist die Achtsamkeit und der Respekt gegenüber allem
sei ist die zunehmende Reinheit beim Überwinden des Dualismus
jaku bezeichnet die alles umfassende innere Ruhe und Gelassenheit